Da Weihnachten dieses Jahr Dank des 27. an einem Sonntag besonders lang war, hatte ich einiges an öder Zeit zu füllen und da bot es sich an, mal einen Blick auf meine Festplatte zu werfen. Und da stolperte ich über die Staffeln 4 und 5 von “Lost”, die schon seit Ewigkeiten gespeichert, aber noch nie angesehen worden waren.
Am Ende des Weihnachtsfests hatte ich beide Staffeln gesehen und dachte mal wieder viel über diese Serie nach.
2 Staffeln werden nun noch folgen und dann wird man über eine entscheidende Frage abschließend diskutieren können. Ist “Lost” eine der besten TV Serien aller Zeiten? Oder hat man 7 Jahre lang seine Zeit verplempert? Beide Antworten liegen im Bereich des Möglichen.
Alles wird davon abhängen, ob es am Ende der Serie eine vernünftige Auflösung geben wird. Kann man die unendlich vielen Handlungsstränge zu einem befriedigende Ende verknüpfen? Oder bleiben unzählige Fragen offen und man sitzt grüßbelnd vor dem Fernseher?
In den ersten 3 Staffeln hatte man sich darauf eingestellt, dass man aktuelles Geschehen von der Insel sieht und zwischendurch mit Hilfe von Rückblicken die Lebensgeschichten der einzelnen Überlebenden erfährt. Die Stories auf der Insel ergaben zwar selten einen Sinn, aber da wir es hier mit einer Mystery Serie zu tun haben, nimmt man das in Kauf. Innerhalb des Mikrokosmos des Insel war alles irgendwie nachvollziehbar, auch wenn die Logik auf der Strecke blieb.
In Staffel 4 ging es dann hauptsächlich darum, ob die 6 Menschen, die am Ende der 3. Staffel von der Insel gerettet wurden, wieder auf die Insel zurückkehren werden, um die restlichen Überlebenen zu retten. Da man nicht einfach eine Pauschalreise dorthin buchen kann, muss alles komplizierter über die Bühne geben. Ich hatte in der 4. Staffel häufiger das Gefühl, dass die Autoren den Faden verlieren. Es war teilweise zu wirr und die Tatsache, dass man sich nun auf verschiedenen Zeitebenen bewegt, machte die Sache nicht einfacher. Zum Ende hin wurde man wieder straighter und man hatte wieder mehr Spass an der Serie.
Staffel 5 ging in dem Stil weiter, auch hier gab es zwischendurch einige Längen. Es hatte manchmal den Anschein, dass man nur aus Prinzip Verwirrung stiften wollte, auch wenn es für die Story nicht viel brachte. Das Ende der Staffel lässt natürlich wieder viele Fragen offen.
Damit haben wir den Hauptpunkt der Serie. Für jede Frage, die beantwortet wird, werden 2 neue Fragen aufgeworfen. Manchmal fühlt man sich wie in einem Alptraum, man dreht sich im Kreis und sieht keinen Ausweg. Oft sitzt man im Sessel, will das die momentane Storyline weitergeht, aber dann kommt wieder ein Zeitsprung und man muss wieder umdenken.
Außerdem wurden meiner Meinung nach zu viele neue Charaktere eingeführt. Natürlich muss man das Ensemble auflockern, aber in meinen Augen war auch viel Füllmaterial dabei.
Doch man bleibt vor dem TV sitzen, schaltet nicht ab, denn man will ja nun auch wissen wie es ausgeht und außerdem geht von der Serie eine gewisse Faszination aus.
Als Wrestling Fan ist das Storytelling interessant zu beobachten. Es gibt klare Babyfaces, die aber langweilig sind. Dann gibt es die coolen Babyfaces, die sich nicht darum kümmern, was der Rest der Welt denkt. Nicht vergessen die manipulierten Heels und die richtig bösen Heels. Turns gab es inzwischen schon mehr als in einem Monat TNA.
Auch an das Feuilleton wird gedacht, denn die Tatsache, dass es eigentlich die Frauen sind, die den männlichen Helden den Weg zeigen, wird bestimmt manch einen Psychologen begeistern.
Wie gesagt, es war ein unterhaltsamer Lost-Marathon, aber so langsam wird es Zeit, dass es mehr Antworten als Fragen gibt.
Im Februar beginnt die 6. Staffel in den USA und ich bin gespannt, wie es nach dem sprichwörtlichen Knall am Ende der 5. Staffel weitergeht.




