Wer sich mit Pro Wrestling und MMA beschäftigt, findet immer wieder Parallelen. Der Aufstieg von UFC und besonders die Person Dana White kann durchaus mit Vince McMahon und der WWF in den 80er Jahre verglichen werden.
Der Aufsteig der WWF bedeutete auch gleichzeitig das Ende vieler kleinerer Promotions, die vergeblich versuchten, der übermächtigen Konkurrenz aus New York Paroli zu bieten.
So ist es auch im MMA Business, wo UFC immer mehr zum Sinnbild der gesamten Sparte wird und Konkurrenten den Bach heruntergehen.
Als die Affliction T-Shirt Company, die sich mit ihren collen Produkten dumm und dämlich verdient, ins MMA Business einstieg und eine eigene Promotion gründete, war man durchaus gespannt. Da auch Donald Trump und Oscar De La Hoya in die Promotion investierten, schienen die Vorraussetzungen sehr gut.
Doch nach den ersten beiden PPVs war klar, dass man keine große Zukunft haben würde. Man hatte viel zu gut dotierte Verträge mit den Fightern gemacht, so dass es unmöglich war, die Kosten mit den wenigen PPV Verkäufen zu decken. Da diese Verträge eine Laufzeit über 3 PPVs hatten, wollten man auf jeden Fall eine 3. Show durchziehen, um die Verluste halbwegs in Grenzen zu halten. Diese sollte am 1. August stattfinden, doch dazu kommt es nun nicht mehr.
Im Hintergrund wurde schon seit Monaten am Ende der Promotion gearbeitet. Obwohl es zwischen Dana White und Affliction Boss Tom Atencio viele persönliche Probleme gab, traf man sich 2 Mal und diskutierte über einen Deal. Atencio bot das Ende seiner Promotion an, dafür sollte der Main Event der 3. Show (Fedor Emilianenko vs. Josh Barnett) im Rahmen einer UFC Show stattfinden. Damit wollte man das Bild vermitteln, dass es einen Zusammenschluss der beiden Promotions gab. Außerdem wollte Atencio eine öffentliche Entschuldigung von Dana, da ihn dieser als “That T-Shirt Guy” bezeichnet hatte. Daran hatte Dana aber kein Interesse und die Gespräche verliefen im Nichts.
Atencio kontaktierte daraufhin Strikeforce und bot den selben Deal an. Doch auch dort traf er auf wenig Gegenliebe, denn das Geschäftskonzept von Strikeforce ist sehr konservativ und man wird niemals finanzielle Risiken eingehen.
Am 22. Juli änderte sich dann alles, denn Josh Barnett wurde bei einer Trainingskontrolle des Dopings mit Steroiden überführt und bekam deswegen keine Lizenz für den Fight. Diese Kontrolle kam überraschend, denn die State Athletic Commissions leiden auch am Geldmangel und testen daher eigentlich nur am Tag der Show. Doch die Commission in Kalifornien hat plötzlich ein höheres Budget bekommen und konnte daher den Test durchführen. Kleine Anmerkung am Rande. In Nevada gibt es die Kontrollen noch nicht und alle UFC Fighter, dass es auch noch lange so bleibt. Bisher kann man sämtliche Substanzen rechtzeitig vor dem Fight absetzen und läuft nicht Gefahr erwischt zu werden.
Zurück zu Affliction. Der Main Event war geplatzt, man suchte verzweifelt nach einem Ersatzgegner für Fedor, doch eigentlich war allen Insidern klar, dass es das Ende der Promotion sein wird.
Am 24. Juli sickerte dann durch, dass der PPV abgesagt wurde und wenige Stunden später gab man bekannt, dass die Promotion am Ende ist. Man hatte nochmal das Gespräch mit UFC gesucht und hatte sich schließlich geeignigt. Doch diesmal saß UFC am längeren Hebel und konnte die Bedingungen bestimmen. Affliction löst die eigene Promotion auf, dafür darf man wieder Sponsor von UFC werden. Ab sofort dürfen die Fighter wieder Affliction Shirts tragen, denn das war ihnen untersagt seitdem Affliction eine MMA Promotion hatte.
Wie damals beim Ende der WCW hat nun auch UFC die Wahl, welche Wrestler und deren Verträge man übernehmen möchte. Das Interesse hält sich in Grenzen, da Affliction grundsätzlich keine Exklusiv-Verträge gemacht hat. Mit anderen Worten, die Fighter dürfen auch bei Strikeforce & Co. antreten. Das wird es mit UFC nicht geben.
Ein Name elektrisiert natürlich die Fans, Fedor Emelianenko. Wird er nun endlich bei UFC kämpfen? Die Antwort ist ein “Nein”, denn seinen Vertrag wird man auf keinen Fall übernehmen. Er hat ein riesiges Festgehalt, bekommt dazu noch Prozente von den Einnahmen, das wird UFC nicht mit sich machen lassen. Man wird Fedor irgendwann aber bestimmt einen anderen Deal anbieten. Ob er diesen dann annehmen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. So langsam gehen ihm nämlich auch die Alternativen auf, denn jetzt kann er seine Gehaltsvorstellungen nur noch in Japan umsetzen, wo die Yakuza das MMA Business unter sich hat.
So ganz nebenbei wurde jetzt auch bekannt, dass Tito Ortiz zu UFC zurückkehren wird. Er hatte lange einen ziemlichen Streit mit Dana White, doch UFC Besitzer Lorenzo Fertitta ist mit Tito befreundet und hat Dana unter Druck gesetzt, dass dieser das Kriegsbeil mit Tito begraben soll. Das ist nun offensichtlich geschehen.
Man kann sagen was man will, es läuft derzeit verdammt gut für UFC.