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9. Januar 2010

Ohne Rio Reiser fehlt die Stimme der Hoffnung

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 11:21
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Wenn einer der größten und wichtigsten Künstler der deutschen Musikgeschichte einen runden Geburtstag feiert, sollte man seiner gedenken.

Heute wäre Rio Reiser 60 Jahre alt geworden und die Tatsache, dass er bereits seit mehr als 13 Jahren tot ist, kann nur als große Tragödie bezeichnet werden.

Der deutschen Musikszene … ach was sage ich, dem ganzen Land … fehlt ein Mann wie Rio Reiser, der es wie kein anderer Musiker verstand, den Menschen die Augen zu öffnen, sie dazu zu bringen, sich gegen Missstände zu erheben, aber auch für Hoffnung in dunklen Stunden zu sorgen.

Die “Ton Steine Scherben” waren das Sprachrohr einer ganzen Generation, ob sie das nun wollten oder nicht. Songs wie “Keine Macht für Niemand” oder “Macht kaputt was euch kaputt macht” waren absolute Hymnen. Man fühlte sich plötzlich nicht mehr allein in seinem Dasein als Maschine, die im Produktionsprozess der Unternehmen zu funktionieren hat. Auch wenn man es heute gerne so darstellt, es ging nicht um blanke Zerströrungswut oder um Demonstrationen ohne Sinn und Verstand. Man glaubte damals wirklich noch daran, dass man die Welt verbessern könne, dass es eine echte Alternative zur bestehenden Weltordnung gibt. Es wurden Utopien entwickelt, die zwar kaum eine Chance auf Verwirklichung hatten, aber immerhin gab es sie.

Als sich die Scherben auflösten, ging ein wichtiges Stück deutscher Musikgeschichte verloren, aber irgendwie bildete die Story auch ein passendes Symbol. Utopien, Intelligenz, revolutionären Herzen – all das bringt leider nicht, wenn man sich nicht ans Kapital ranschleimt oder wie im Fall der Scherben keinen Plattendeal mit einer Major Company machen wollte. Irgendwann sind die Schulden dann so hoch, dass man nur noch kapitulieren kann.

Rio Reiser machte als Solokünstler weiter und nahm dabei einen Weg, den man ihm in machen Kreisen sehr übel nahm. Er unterschrieb einen Major Deal, nahm seine erste Soloscheibe “Rio I” auf und hatte mit “Junimond” und “König von Deutschland” zwei Riesenhits, die ihn inneralb kürzester Zeit schuldenfrei machten. Die Rede war vom “Kommerz-Rio”, dabei wurde aber ganz vergessen, dass die Songs größtenteils schon zu Zeiten der Scherben geschrieben worden waren.

Insgesamt 6 Soloalben nahm er auf, doch an die riesigen Erfolge des Debüts konnten sie in keiner weise anknüpfen. Echten Fans war das egal, denn auf jeder Platte gab es einige Songs, die besonders textlich über allem standen und stehen, was in Deutschlad produziert wurde. Rio war schlicht und einfach der beste Songtexter in Deutschland. Für jede Stimmung hatte er einen Song parat, regte zum Nachdenken und Träumen an.

Künstler wie ihn gibt es heute kaum noch. Mit Sicherheit werden irgendwo echte Talente herumsitzen und vor sich hin texten, aber auf breiter Basis ist davon nicht zu spüren. Die Jugend von heute hält es für revolutionär, wenn man sich jedes Wochenende den Arsch zusäuft oder die Handy-Kamera laufen lässt, während man ne Runde poppt. Anstatt Musik zu hören, die das Ziel hat einen Gedankenprozess anzuregen, der zu einer Verbesserung der Welt führen soll, gröhlt man heute zu unterbelichtetem Schwachsinn der Atzen.

Rio fehlt einfach, er hätte es mit seinem unglaublichen Talent vielleicht geschafft, zumindest ein paar hohle Birnen dazu zu bringen, mal das Resthirn zu benutzen.

Aber vielleicht hätte Rio auch gar keine Lust und Kraft mehr gehabt, ständig gegen Wundmühlen anzurennen. Wie sang er so schön im Song “Hoffnung”, der wenige Monate vor seinem Tod veröffentlich wurde?

“Nehmt mir die Krone ab, die mich erdrückt, nehmt mir die Krone weg, nehmt sie zurück. Ich weiß, irgendwo ist da ein Licht, doch ich kann euch nicht führen, denn ich weiß den Weg nicht“

Auch wenn er nicht mehr der “König von Deutschland” sein wollte, für viele Menschen seiner Generation war es es. Als Rio dann am 20. August 1996 verstarb, ging auch gleichzeitig die Stimme der Hoffnung flöten, die wir gerade in der heutigen Zeit wieder gebrauchen könnten.

Der Traum ist ein Traum, zu dieser Zeit,
doch nicht mehr lange, mach dich bereit
für den Kampf um’s Paradies!
Wir haben nichts zu verlieren außer unserer Angst,
es ist unsere Zukunft, unser Land.
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.

1. Januar 2010

Happy New Year

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 11:40

Ich wünsche allen Lesern ein

gesundes und erfolgreiches

neues Jahr!

16. Dezember 2009

Bagger in der Servicewüste

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 11:50
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Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hält gerne Sonntagsreden zum Thema “Flächendeckende DSL-Versorgung für ganz Deutschland”. Die Telekommunikationsbranche ist eine der wenigen Bereiche, die von der weltweiten Wirtschaftskrise kaum betroffen sind, denn auch in diesem Jahr werden zu Weihnachten schnellere DSL-Leitungen, Festnetzanschlüsse oder Handys wie blöde verkauft.

Man könnte also den Eindruck bekommen, als ob diese Branche eine Art Vorzeigemodell ist, doch für mich hat es eher den Anschein, als ob Service und Beratung noch immer in der Steinzeit angesiedelt sind. Das beschränkt sich nicht auf eine Firma allein, denn in der Vergangenheit hatte ich schon Ärger mit der Telekom, AOL, Vodafone und dem legendären Anbieter “Sonne”, der damals die erste Flatrate für Modemverbindungen anbot und nach nur wenigen Monaten Pleite war.

Seit einiger Zeit bin ich bei Versatel und auch dort kann man sich wunderbar ärgern. Ganz besonders über die sogen. “Service Hotline”, auf der man minutenlang für 14 Cent / Minute tolle Musik hören darf, bevor man einen Mitarbeiter am Telefon hat. Noch nie hat man ein Problem behoben, ohne das ich nochmal nachhaken musste.

Als ich vor ein paar Wochen von DSL 6000 auf DSL 16000 umstieg, passierte am angekündigten Datum absolut gar nichts. 4 Tage und 5 Anrufe später, die insgesamt 7 Euros kosteten, wurde die Leitung endlich korrekt freigeschaltet und ich hatte den bestellten Speed.

Gestern Vormittag war gegen 9 Uhr plötzlich Schluss mit Internet. Es kam keine Verbindung mehr zustande. Ich wollte bei der Hotline anrufen, doch dort passierte auch nichts. Kein Freizeichen, keine Bandansage. Nur ein Besetzzeichen, direkt nachdem man die letzte Nummer gewählt hatte. Da sich auch Stunden später nichts geändert hatte, kam ich zu dem Schluss, dass ich wohl nicht der einzige Kunde ohne Internet war und das deswegen die Hotline zusammengebrochen war. Oder hatte man sie abgestellt?

Heute früh um 7 Uhr hatte ich noch immer kein Internet Access. Wieder versuchte ich es bei der Hotline und siehe da, es gab kein Besetzzeichen mehr. Ich kam wieder in den Genuss der tollen Musik in der Warteschleife und nach 15 Minuten legte ich frustriert auf. Wieder 2 Euro bezahlt für absolut nichts.

Um 8 Uhr versuchte ich es erneut und diesmal bekam ich tatsächlich einen Mitarbeiter ans Rohr. Er erklärte mir, dass es am Vortag ein kleines Problem in meinem Anschlussbereich gab, dieses aber behoben wurde. Er prüfte meine Leitung, da war alles in Ordnung. Also könne es nur am Router liegen, den ich dann rausnahm und meinen PC direkt als DSL Modem anschloss. Das brachte aber auch nichts, denn nun kam die Fehlermeldung, dass ich ein falsches Passwort eingegeben hätte. Obwohl es 100% richtig war, erstellte mir der Fachmann ein neues Passwort. Nun sollte es nur noch ca. 15 Minuten dauern, bis das neue Passwort im System war und dann könnte ich wieder ins Netz. Na gut, das war doch mal ein Ergebnis nach 13 Minuten (1,80 Euro).

Aus den 15 Minuten wurden 90 Minuten und wieder war nichts passiert. Also wieder angerufen und diesmal erklärte mit ein anderer Mitarbeiter, dass er nicht glaube, dass es am Passwort lag. Gestern habe nämlich ein dusseliger Baggerfahrer in ein dickes Verteilungskabel geritzt und deswegen gab es den ganzen Tag kein Internet. Man reparierte das Kabel am späten Abend, aber es äbe noch immer einige Anschlussbereiche, die nicht vernünftig funktionieren. Und das gehört auch meiner. Mit anderen Worten, ich muss erstmal abwarten, bis alles wieder repariert ist.

Jetzt haben wir eine Stunde später und oh Wunder, Internet geht wieder. Sonst könntet ihr das ja auch nicht lesen ;)

11. Dezember 2009

Obama pinkelt gegen den Klima-Mob in Kundus

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 09:48
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Auch wenn die Überschrift etwas anderes vermuten lässt, ich bin wirklich noch bei Trost. Man wird doch wohl nochmal mit den Schlagzeilen dieser Tage durcheinanderkommen können, zumal die Themen eines gemeinsam haben. Sie regen mich tierisch auf.

Jetzt hat Obama also den Nobelpreis bekommen und nicht einmal er weiss genau warum. Seine Berater haben ihm eine schöne Rede geschrieben, in der er offen sagen soll, dass er den Preis als Ansporn dafür nimmt, seine Pläne umzusetzen. Sogar Guantanamo hat er erwähnt, das er doch direkt nach seinem Amtsantritt schließen wollte. Getan hat sich nicht viel, noch ist der Knast offen. Wie bei so viele Themen hat Obama viel versprochen und bis jetzt fast nichts gehalten. Das verwundert mich nicht, denn abgesehen von seinen völlig verblendeten Anhängern, die man mit einem perfekten Wahlkampf völlig eingelullt hatte, glaubte kein vernünftiger Mensch, dass Obama die ganze Welt über Nacht besser machen kann.

Bis jetzt hat er es nur hinbekommen, dass die westliche Welt geschwächt darsteht. Obama glaubt offensichtlich immer noch, dass man mit Diktatoren und Verbrechern dieser Welt nett reden sollte. Wäre wunderbar wenn das klappt, doch Zweifel sind wohl berechtigt.

Nun will er also noch mehr Soldaten nach Afghanistan schicken, was er sogar im Wahklkampf gesagt hat. Nur in Deutschland ist man darüber überrascht, weil auch hier viele Menschen völlig verblödet sind und Obama als Rockstar feierten, ohne sich auch nur ein Mal mit seiner Politik zu beschäftigen. Ein schwarzer Kennedy, da wurden überall die Höschen feucht.

Wen George W. Bush gesagt hätte, dass man manchmal Krieg führen muss, um dann Frieden zu haben (so wie es Obama gestern im Bezug auf die “letzte Schlacht” in Afghanistan sagte), hätte man ihn als Kriegstreiber verdammt, von “Blut für Öl” gesprochen usw. Wenn Obama das sagt, ist aber alles paletti.

Auch wir Deutschen sollen noch ein paar Soldaten zusätzlich nach Afghanistan schicken. Ich sage mit Absicht “wir Deutschen”, denn die Bundeswehr ist UNSERE Armee, auch wenn das die ganzen Friedenheinis von SPD, Grünen und Linken nicht verstehen. Sie reissen sich für uns den Arsch auf und versuchen in dem beschissenen Krieg zu überleben. Ja, Krieg! Es werden nicht nur Schulen und Brunnen gebaut, auch wenn uns das unsere Regierungen immer einreden wollten. Die sitzen auf ihren fetten Ärschen und Berlin und fallen den Soldaten noch in den Rücken. Jetzt wollen wir also auch noch Entschädigungen für die zivilen Opfer in Kundus bezahlen. Wann bekommen eigentlich die Opfer diverser Terroranschläge eine Entschädigung?

Jedes zivile Opfer ist eines zu viel, aber verdammt noch mal, da ist Krieg und man sitzt nicht am PC und spielt Krieg. Aber das kapieren die Sesselpupser in Berlin nicht, ganz besonders nicht die Opposition, die ihre eigene Unfähigkeit dadurch verschleiern will, dass man nun auch noch zu Guttenberg absägen will. Daher spielt man jetzt die Tatsache hoch, dass die KSK in Afghanistan ist und sich sogar an Kampfaktionen beteiligt. Na sowas, ich habe gedacht, dass Deutschland’s Elitetruppe ein paar Häuser baut, die dann wieder von irgendwelchen Idioten in die Luft gejagt werden.

In die Luft gejagt wird auch jede Menge Dreck und daher haben wir ein Klimaproblem. In Kopenhagen sitzen sie nun seit fast einer Woche zusammen und labern. Das viele Experten davon reden, dass die angebliche Klimakatastrophe gar nicht so schlimm ist, lässt man beiseite. Stattdessen streitet man sich wie im Kindergarten darüber, dass ja Land X mehr macht als Land Y. Gerade die Entwicklungsländer haben anderen Sorgen als das Klima und daher müssen die Industrienationen jede Menge Geld zuschiessen. Wenn das wirklich alles in den Klimaschutz gesteckt würde, dann wäre es lobenswert. Aber glaubt ihr wirklich, dass irgendwelche afrikanische Diktatoren die Kohle nicht für sich selbst einsacken? Im Endeffekt wird eine schöne Abschlusserklärung veröffentlicht werden, in der man viele lobenswerte Ziele nennt … und dann wird alles weitergehen wie bisher.

Nach so viel Politik muss ich noch auf Jens Lehmann zu sprechen kommen. Eines vorweg, ich bin ein Fan von Lehmann, er ist 20 km von mir geboren, ist ein echter Schalker gewesen und gerade weil er nicht so ein stromlinienförmiger Dösbaddel ist, gefällt er mir gut. Seiner Aussage, dass sich der VFB Stuttgart dem Mob beugte, kann ich nur zustimmen. Prinzipiell finde ich es richtig, wenn sich die Fans zu Wort melden und das Team beschimpfen, denn kein Verein sollte vergessen, dass sie ohne Fans nichts wären. Gerade die oftmals verteufelten Ultras folgen ihrem Verein durch ganz Deutschland und geben im Gegensatz zu vielen Spielern ihr letztes Hemd.

Wenn man einen Tag nach dem Fanaufstand Markus Babbel entlässt, dann ist das bestimmt kein Zufall. Spiele wie gegen den VFL Bochum hat der VFB schon oft abgeliefert und der 1-1 Ausgleich durch einen Glücksschuss war ungerecht. Also hat Lehmann absolut Recht mit seiner Aussage, auch wenn uns Horst Heldt etwas anderes erzählen will.

Nun hat Lehmann auch noch an die Bande gestrullert. Was ist daran so schlimm? Wenn er einem menschlichen Bedürfnis nachgehen muss, dann soll er das machen. Als sich Robert Enke das Leben nahm, wurde in Sonntagsreden davon gesprochen, dass Fussballer auch nur normale Menschen sind. Und Menschen müssen nun einmal strullern!

So, genug aufgeregt für heute, jetzt schnell wieder in den weihnachtlichen Kommerztrubel eintauchen.

1. Dezember 2009

Kleiner Augentest gefällig?

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Schaut euch das Bild mal ganz genau an. Fällt etwas auf??

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Wer jetzt ‘nen nackten Popo im Hintergrund gesehen hat, der ist entweder ein Ferkel oder muss mal zum Augenarzt! Denn es ist doch ganz klar die Achsel der rechten Dame :)

29. November 2009

Bundeswehr in Afghanistan – Es ist nur noch lächerlich!

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 20:04
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Ich bin mir durchaus der deutschen Vergangenheit bekannt und habe durchaus Verständnis dafür, dass wir unter allen Umständen vermeiden wollen, dass wir wieder als kriegerische Monster dargestellt werden können.

Aber in den letzten Tagen kam es mir wieder mehrfach hoch, als ich das Gelaber von Politikern der SPD und der GRÜNEN hörte, die sich bezgl. Franz Josef Jung in Rage redeten.

Erstmal möchte ich festhalten, dass es unter der Verantwortung der rot-grünen Regierung geschah, dass unsere Jungs nach Afghanistan mussten. Davon wollen die angeblichen Friedensengel aber nichts mehr wissen.

Was in Kundus mit den Tankwagen passierte, ist schlimm und sollte nicht passieren. Aber kein Sesselpupser in Berlin hat die geringste Ahnung, wie es in Afghanistan aussieht. Große Klappe können alle haben.

Das erinnert mich an eine ehemalige Bundeswehr-Ärztin, deren Namen ich leider vergessen habe. Sie hat ein Buch über ihre Einsätze in Afghanistan geschrieben und dieses vor kurzem auf PHOENIX vorgestellt. U.a. beschreibt sie den Besuch von Bundeswehr-Abgeordneten, der extrem peinlich verlief. Erstmal wurde festgelegt, dass sie als Blondine am Tisch der Abgeordneten sitzen sollte, da man immer noch gerne das “Deutsch & Blond” Klischee bedient.

Der Abgeordenete fragte allen Ernstes, warum man denn Bunker gebaut habe und ob die Ärztin denn zwischendurch auch mal Shoppen gehen kann!! Wenn man bedenkt, dass solche Idioten über Auslandseinsätze abstimmen müssen, fällt einem nichts mehr ein.

Nun hat Verteidigungsminister Jung also angeblich Infos zurückgehalten bzw. sich nicht um die Infos gekümmert. Die Opposition behauptet, dass Jung nichts aufklären wollte, da man im Endspurt des Bundestagswahlkampf steckte und die CDU eine Diskussion über die Auslandseinsätze vermeiden wollte. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wenn Jung etwas gesagt hätte, wäre das von SPD und GRÜNEN als Wahlkampfthema ausgeschlachtet worden. Das “Nein” zum Irakeinsatz hat Schröder immerhin den Wahlsieg beschert. Die SPD hätte mit Sicherheit diese Karte gespielt, um von ihrer lächerlichen Politik und ihrem unfähigen Kandidaten abzulenken. Da wäre es ihnen völlig egal gewesen, dass man den Soldaten in den Rücken fällt.

Nun ist Jung zurückgetreten, die Opposition gibt aber keine Ruhe. Obwohl zu Guttenberg sehr offen aufklären will, fordert die fette Pfälzer Lebenswurst, auch SPD Generalsekretärin genannt, dass man auch zu Guttenberg’s Rolle untersuchen soll. Wie erbärmlich diese einst so stolze Volkspartei doch geworden ist. Wie wäre es mal mit einem eigenen Politikansatz? Ihr hattet doch so einen tollen Parteitag?!

Doch zurück zum Thema, dass wir Deutschen immer ganz besonders vorsichtig sein müssen. Da sind doch jetzt in einem Bundeswehr-Feldlager in Masar-i-Scharif T-Shirts aufgetaucht, auf denen 2 Tanklaster und das Bibelzitat “Thou shalt not steal! – Exodus 2.15″ steht. Sofort hat sich die Bundeswehr entschuldigt und gesagt, dass deutsche Soldaten die Shirts nicht tragen dürfen und die Hersteller, sollten sie denn Deutsch sein, bestraft werden. Was für ein Scheiß!

Mit solchem britischen Humor kommt man bestimmt etwas leichter über das Elend und den Dreck hinweg, den man in Afghanistan tagtäglich sieht. Aber wir müssen und natürlich direkt wieder entschuldigen und Abbitte tun.

26. November 2009

Weihnachtszeit – Spendenzeit

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Es gibt einige Anzeichen, an denen man im jedem Jahr merken kann, dass Weihnachten bedrohlich nahekommt. Angefangen von Lebkuchenherzen und Dominosteinen im Supermarkt, über unzählige Martins- und Weihnachtsmärkte, bis zu Spendensammlern jeglicher Art.

Ob im Fernsehen oder an der Haustür, es wird gesammelt was das Zeug hält. Oftmals sind es die Menschen, die selbst nicht viel haben, die dann noch spenden.

Hungernde Menschen, krebskranke Kinder, Kriegsopfer – für alle wird gesammelt. Ich möchte nicht behaupten, dass diese keine sinnvollen Zwecke sind, aber für mich persönlich kommen solche Spenden nicht in Betracht. Zu oft hat man gehört, dass die Spenden in irgendwelchen dunklen Kanälen verschwinden. Sei es bei der Organisation selber oder in den Taschen korrupter Staatschefs, deren Volk arm und dumm gehalten soll.

Aus diesem Grunde unterstütze ich nur Projekte, bei denen ich davon überzeugt bin, dass mein Geld oder meine Hilfe auch ankommt.

1. Unterstützt bitte die lokalen Tierheime. Sie alle haben Finanzprobleme und können jede Hilfe gebrauchen. Egal ob Futterspende, Hilfe beim Saubermachen oder einfach nur “Gassi gehen”. Alles hilft weiter.

2. In fast allen deutschen Städten gibt es eine “Tafel”. Natürlich ist es schrecklich, wenn Mensch in Afrika oder sonstwo auf der Welt hungern müssen. Doch dabei wird oft vergessen, dass es auch vor der eigenen Haustür Menschen gibt, die nichts zu essen haben. Eine absolute Schande für eine führende Industrienation. Da sich der Staat um diese Menschen nicht kümmert, müssen andere Mitbürger helfend eingreifen.

3. Gerade in Zeiten des Klimawandels und dem Aussterben vieler Tierarten sind Zoos extrem wichtig. Sie bieten nicht nur gute Unterhaltung bei Familienausflügen (in Zeiten, wo viele Kinder gar keine Tier mehr kennen, sind diese besonders wichtig), sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Artenerhaltung. Leider wird es wohl so sein, dass man in einigen Jahren Pinguine, Eisbären und andere Polartiere fast nur noch im Zoo sehen kann. Daher ist eine Spende z.B. an Hagenbeck in Hamburg besonders wichtig, denn dort wird man mit dem Projekt des Neubaus des Eismeers einen wichtigen Schritt in die Zukunft machen. Auch hier hilft jede Spende! Man hilft damit nicht nur bedrohten Tierarten, sondern sorgt auch dafür, dass der äußerst sympathische Tierpfleger Dirk Stutzi endlich wieder zu seinen Pinguinen und Seebären darf :-)

Es gibt viele gute Zwecke, man muss sich nur mal in seiner Nähe umsehen. Das sollte man zwar nicht nur in der Weihnachtszeit machen, dann aber ganz besonders.

Coole Wandkalender von druckerei.de

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Man kann sicherlich darüber streiten, ob Twitter überhaupt eine sinnvolle Sache ist. Muss man der Welt wirklich mitteilen, was man gerade macht oder in Zukunft machen will? Oder ist Twitter so etwas wie der Untergang des Abendlandes, wie es Lance Storm kürzlich sagte?

Die Antwort darauf muss jeder für sich selber finden. Keine Diskussion gibt es aber über die Frage, ob man einen schicken Wandkalender für das Jahr 2009 gebrauchen kann.

Zu empfehlen ist da in meinen Augen der Kalender von druckerei.de, der nicht nur ein schicken Design hat, sondern mit 100 x 70 cm auch ausgesprochen gross ist.

Doch wie kommt man an dieses schöne Teil?

Dafür gibt es gleich 2 Möglichkeiten.

1. VERLOSUNG

Man wird Follower von @druckerei_de und sende einen Tweet mit folgendem Text:

Ich möchte einen Twitter-Wandkalender 2010 von @druckerei_de bekommen. Zur Aktion von www.druckerei.de -> http://bit.ly/4vTob5

Einzelheiten zur Verlosung findet ihr HIER !!

2. BLOGEINTRAG VERÖFFENTLICHEN

Man schreibt einen Blogeintrag über diese Aktion (so ähnlich wie diesen), verkündet das auf dem Druckerei Blog und schon bekommt man 3 dieser wunderbaren Kalender.

Ist eigentlich ganz simpel, oder?

12. November 2009

Mut zur Schwäche

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 20:35
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Zwei Tage nach dem Freitod von Robert Enke scheint sich die Lähmung, die durch diese Tragödie entstand, langsam wieder zu verschwinden und es wird über Möglichkeiten nachgedacht, wie man so einen Vorfall in Zukunft vermeiden.

Die Verantwortlichen der Vereine und des DFB fragen sich natürlich, wie man mit Fussballern, die an Depressionen oder anderen seelischen Krankheiten leiden, in Zukunft umgehen soll und wie man ihnen helfen kann.

Die depremierende Antwort darauf ist ganz klar. Erstmal gar nicht. Man kann nur dann überhaupt helfen, wenn der Kranke offen über seine Probleme redet. Doch genau da liegt das Hauptproblem, denn wenn man an einer seelischen Krankheit leidet, findet man bei gesunden Menschen kein Verständnis.

Das trifft nicht nur auf den Profisport zu, wo ein seelisches Leiden schnell als Schwäche ausgelegt und belächelt wird, sondern auch im ganz normalen Leben. Wenn man nur ein Arm hat, dann kann jeder Mitmensch erkennen, dass man eine Krankheit bzw. Behinderung hat. Wenn sich aber alles nur in der Seele und Psyche abspielt, verstehen das die anderen Menschen nicht. Soll er sich halt nicht so anstellen oder sich mal etwas zusammenreißen.

In unserer heutigen Leistungsgesellschaft kann man es sich nicht erlauben, einfach mal ein gesundheitliches Problem zu haben. Also stopfen sich viele Arbeitnehmer mit Schmerztabletten oder Psychopharmaka voll, bloß keine Schwäche zeigen.

Dieser absolute Leistungsgedanke ist im Profifussball noch mal potenziert. Man lässt sich fitspritzen, schluckt alle möglichen Medikamente und wenn man von der Norm abweicht, etwa psychische Probleme oder eine andere sexuelle Orientierung hat, dann hält man die Klappe.

Nehmen wir mal an, dass Robert Enke seine Probleme öffentlich gemacht hätte. Ich möchte wetten, dass mindestens 50% der Fans, die ihn jetzt betrauern, nach 2 oder 3 schlechten Spielen esagt hätten, dass er halt ein Weichei ist oder in die Klapse gehen soll.

Hoffentlich hat der Tod von Robert Enke wenigstens den positiven Effekt, dass sie Gesellschaft mal darüber nachdenkt, ob man Menschen mit Schwächen und Problemen nicht lieber mal das Gefühl vermitteln sollte, dass sie weder ein besserer noch schlechterer Mensch sind. Seelische Schwächen sind keine Schande.

Vielen seelisch Kranken könnte bestimmt geholfen werden, wenn sie offen über ihre Probleme reden könnten, ohne von ihren Mitmenschen belächelt zu werden! Ich kann nur hoffen, dass sich die Menschen in 2 Wochen, wenn alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird, noch an die warmen Worte, die sie momentan sprechen, erinnern werden.

9. November 2009

Die Mauer ist weg

Einsortiert unter: Allgemein — WRESTLINGDVD~! @ 18:29
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Ich gebe es zu – Es ist nicht sonderlich originell, wenn man am heutigen Tage über den Mauerfall schreibt bzw. über die Trennung der beiden deutschen Staaten nachdenkt. Schließlich sind alle Medien mit dem 20jährigen Jubiläum beschäftigt und man kann den Eindruck bekommen, dass es nur noch dieses eine Thema gibt.

Ich könnte nun versuchen, die politischen Hintergründe aufzuzeigen oder über die Frage spekulieren, ob es zwischen der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik und dem Sozialismus der DDR nicht doch noch eine bessere Alternative geben könnte. Aber dazu melden sich ja schon eine Menge Menschen zur Wort, daher möchte ich den Mauerfall aus meinem ganz persönlichen Blickwinkel beschreiben. Und das ist nun einmal die Sicht aus dem Westen, woran ich aber auch nichts ändern kann.

Ich gehöre zu der Generation, der man in den Jugend noch die Drohung “Geh’ doch nach drüben” an den Kopf schleuderte, wenn man irgendwie aus der Art schlug. Langhaarige, Punks, Linke – sie alle sollten doch nach drüben gehen, wenn es ihnen hier nicht passt. Somit war schon mal gewährleistet, dass als Jugendlicher den Eindruck hatte, dass es “da drüben” ganz schön schlimm sein musste.

Die meisten Westler meiner Generationen kamen ansonsten nur zur Weihnachtszeit mit der DDR in Berührung… und zwar dann, wenn Opa mal wieder ein Weihnachtspaket für die Verwandschaft jenseits der Grenze packte. Echte Schokolade, echte Kaffee und echte Jeans. Offensichtlich schien es im Osten nur Kopien zu geben, was für uns Kids, die schon damals auf Marken standen, sehr befremdlich war. Ohne Milka, Jacobs Kaffee oder Levi’s Jeans kann doch kein Mensch leben.

Wenn heute gefeiert wird, dann sieht man kaum Menschen meiner Generation in Jubellaune. Das hat in meinen Augen einen einfachen Grund. Wir hatten einfach keinen Bezug zu den Brüdern und Schwestern im Osten. Wenn mal Besuch aus dem Osten kam, waren das nur die Rentner, die endlich mal in den Westen reisen durften. Dann kamen also Tante Irma oder Tante Lieschen, denen man als 10jähriger zwar zuhörte, aber man lag nun einmal nicht auf einer Wellenlänge. Man hatte keine Chance mal mit gleichaltrigen Kids aus dem Osten Kontakt zu haben, zu lernen, welche Musik die wohl hören oder welche Filme sie sehen. Das wäre aber wichtig gewesen, um einen Bezug der der damaligen Gegenwart herzustellen.

Ohne diese, ich nenne sie mal “aktuellen” Kontakte, wurde man nur durch die Erzählungen der eigenen Eltern und Großeltern geprägt. Meine Mutter und ihre Eltern waren Jahre vor dem Bau der Mauer in den Westen geflüchtet, hatten Hab und Gut hinterlassen, um nicht mehr dem totalitären Überwachungsstaat ausgesetzt zu sein. Diesen hatten sie schon von 1933 – 1945 erlebt, das braucht kein Mensch 2 Mal im Leben.

Man kann sich lebhaft vorstellen, dass sie kein gutes Haar an der DDR ließen, was absolut verständlich war. Somit war ich vorgeprägt und wenn man dazu noch bedenkt, dass es keine Milka & Co. im Osten gab, war dieses Land für mich wahrlich kein sozialistisches Paradies.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die Tanten aus dem Osten kamen und Geschenke mitbrachten. Die Bücher waren aus dünnem Papier, Skatkarten waren nicht dicker als das Kopierpapier im Westen. Das waren wirklich die armen Brüder und Schwestern, so viel war mir klar.

Meine ersten persönlichen Erfahrungen mit der DDR gab es in meiner Kindheit. Mein Onkel wohnte in West-Berlin und wenn wir ihn mit dem Auto oder der Bahn besuchen fuhren, hatten wir immer das zweifelhafte Vergnügen mit den unsäglichen DDR-Grenzern. Für mich als Kind gab es kaum finstere oder beängstigendere Gestalten als diese Typen, die einen immer so ansahen, als würde man ganz persönlich die ach so tolle DDR zum Einsturz bringen wollen oder, was noch schlimmer ist, Zeitungen oder Platten in den Osten schmuggeln.

Zum 1. Mal war ich Ende der 70er Jahre in der DDR. Von meinem West-Berlin Onkel fuhren wir auf einen Tagesbesuch zu einem Ost-Berlin Cousin. Da ich als Kind mit einem ordentlichen Appetit gesegnet war, gab mir meine Mutter den Hinweis, dass ich “da nicht so viel essen solle, weil die nicht so viel haben”. Die Erwachsenen waren am Abend unterwegs und ich blieb bei den beiden Kindern des Cousins. Es gab Abendbrot und eigentlich sah es wie im Westen aus (Brot, Butter, Wurst), aber da ich den armen Kindern nichts wegessen wollte, aß ich lieber gar nichts. Als es in der Nacht in den Westen zurückging, knurrte mein Magen noch immer.

Zu allem Überfluss hatte ich später Alpträume, da ich im DDR Fernsehen einen Film gesehen hatte, in dem es irgendwie um ein Kind mit einer seltsamen Holzpuppe in einem Karton ging. Ich habe keinerlei genauere Erinnerung daran, aber ich hatte jede Menge Schiss.

Anfang der 80er Jahre wurde die politischen Diskussion in der BRD vom Kampf West vs. Ost bestimmt. Die Amis stellten bei uns Pershing Raketen auf, während die Russen ihre SS20 in der DDR positionierten. Meine Abneigung gegen den Osten wuchs noch mehr und ich hatte keinerlei Verständnis für die Ökos und Friedensheinis, die sich lieber mit Blümchen gegen den Feind verteidigen wollte. Was für ein Haufen Phantasten.

Innerlich hatte man sich hier im Westen längst mit der Teilung abgefunden. Als meine Mutter mit ihren Eltern in dieser Zeit bei einem Treffen der Pommereschen Landsmannschaft in Bad Bevensen war und dort ein CDU Politiker davon sprach, dass es eines Tages die Wiedervereinigung geben würde, erntete er nur ein höhnisches “Dor lur man up”. Selbst Menschen, die vor dem Regime geflüchtet waren, glaubten nicht mehr den Floskeln der CDU. Die anderen Parteien hatten die Wiedervereinigung schon längst vergessen, auch wenn sie das heute anders darstellen wollen.

Im Jahr 1985 war ich erneut in Ost-Berlin. Wir machten damals eine Klassenfahrt nach West-Berlin und von dort ging es an einem Tag auch in den Osten. Ein paar Schulkollegen und ich waren vom Bahnhof direkt zum Alexanderplatz gegangen, wo wir nach einer ordentlichen Kneipe suchten. Irgendwie musste man ja das DDR Plastikgeld, das man Dank Zwangsumtausch in der Tasche hatte, verballen. Auf Kultur hatten wir überhaupt keine Lust, also gab es ein paar halbe Liter DDR Bier und dazu einen Broiler, was wir nach einigen Überlegungen als Brathähnchen identifizierten. Immerhin schafften wir es, das Geld fast komplett zu verbraten. Zum Schluss noch eine Ausgabe vom “Neuen Deutschland” gekauft, einer kaufte sich noch Karl Marx’ “Kapital” und die letzten Pfennige gingen für eine Körperwaage im Bahnhof drauf.

Danach war ich nie wieder im Osten, hatte weder die Gelegenheit, noch den Wunsch.

Als es dann 1989 mit der DDR zuende ging, ließ mich das persönlich relativ kalt. Ich bekam die ganze Sache zwar mit, aber mir fehlte einfach der Bezug. Es gab niemanden im Osten, den ich gerne sehen wollte. Alle mir wichtigen Menschen war bei mir. Es hat mich zwar gefreut, dass die verdammte Mauer weg war, aber das war es dann auch.

Im Winter 1989 war ich mit einem Kollegen beim Hallenfussball Turnier in der Essener Grugahalle, wo zum 1. Mal ein Ostverein antrat, der glorreiche FC Karl Marx Stadt. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass eine Menge Fans mitgekommen waren, die den ganzen Abend ohne Unterlass “Öff Zee Korl-Morx-Stodt” sangen und nebenbei einen riesigen Vorhang in der Halle anzündeten. Ein toller 1. Eindruck.

Meine Mutter war dann 1990 am Tag der Einheit in Berlin, für sie hatte die ganze Sache natürlich eine viel größere Bedeutung. Mir persönlich war wichtiger, dass sie mir eine DDR und eine SED Fahne mitbrachte, die ich noch heute irgendwo im Keller habe.

Die DDR war nun tot, Deutschland wieder einig Vaterland, aber im Westen sprach man größtenteils vom “blöden Solidaritätszuschlag” oder davon, dass es die Russen nun geschafft haben, Deutschland finanziell zu ruinieren. So ganz falsch lag man mit dieser Ansicht ja nicht.

In der Folgezeit half ich meiner Mutter dabei, eine Entschädigung von Vater Staat dafür zu bekommen, dass sich irgendein DDR Heini ihr Elternhaus unter dem Nagel gerissen hatte, nachdem sie geflüchtet waren. Ein elendig langes Prozedere, das nach vielen Jahren mit einer lächerlichen Summe endete.

Damit enden auch meine Erinnerungen im Bezug auf die DDR. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich noch nie etwas von Stasi, Mauerschützen, Enteignung, politische Gefangene usw. gehört habe. Natürlich hat es all’ das gegeben, aber wie gesagt, mir fehlte der persönliche Bezug. Und natürlich hatte die DDR auch ihre positiven Seiten (zumindest wird immer über Dinge wie Kindertreuung, keine Wohnungsnot, keine Arbeitslosigkeit usw. berichtet), aber auch die habe ich nie erfahren.

Daher kann ich an einem Tag wie heute auch nur relativ oberflächlich sagen, dass es schön ist, dass die Mauer weg ist und alle Deutschen in Freiheit leben. Was es aber für einzelne Personen bedeutet, kann ich leider nicht nachvollziehen. Irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich den heutigen Tag nicht als etwas besonderes sehe und keinerlei sentimentalen Gedanken habe.

Erschreckend finde ich es, dass es nach mir schon eine komplette Generation gibt, die von der Mauer nichts mehr gesehen hat. Ich werde wirklich alt!

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