
1. Dr. Stein
2. Future World
3. If I Could Fly
4. Where The Rain Grows
5. The Keeper’s Trilogy
6. Eagle Fly Free
7. Perfect Gentleman
8. Forever & One
9. I Want Out
10. Fallen To Pieces
11. A Tale That Wasn’t Right
ΨΨΨΨΨ
Andi Deris (voc)
Michael Weikath (gui)
Sascha Gerstner (gui)
Markus Grosskopf (ba)
Daniel Löble (dr)
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Eine “Best Of” zum 25jährigen Bandjubiläum ist durchaus eine übliche Sache. Man kann es sich einfach machen, die beste Stücke neu zusammenstellen und hoffen, dass man damit noch ein paar Euro verdienen kann. Wenn man es etwas anspruchsvoller machen will, mischt man die Stücke neu ab, klatscht ein “Remastered” auf die CD und spricht dann von “ganz neuen, viel besseren Versionen”, die sich aber zumeist kaum von den Originalen unterscheiden.
Wenn man es aber sich und vor allem den Fans richtig schwer machen will, dann stellt man es wie Helloween an und präsentiert Klassiker in einem völlig anderem Gewand. So geschen auf “Unarmed : Best Of 25th Anniversary”. Die Kritiken waren aller Orten vernichtend. Wer will schon Speed Metal Klassiker im Swing oder Country Style hören?
Zuerst muss man Helloween dafür loben, dass sie diesen schwierigen Schritt gewagt haben. Sie hätten es sich wie gesagt viel einfacher machen können… und an einigen Stellen der CD wünscht man sich geradezu, dass sie es einfacher gemacht hätten.
Es ist teilweise durchaus interessant, was sie mit ihren Songs angestellt haben. Aber will man sowas von Helloween hören? Die Antwort ist ein klares “Nein”. Im puristischen Gewand kann man bei einigen Songs erkennen, welch geile Melodien Michael Weikath in seinem Leben aus dem Ärmel geschüttelt hat, aber der fade Nachgeschmack bleibt trotzdem.
“Dr. Stein” war schon immer ein etwas seltsamer Kiddie-Song, aber in der neuen Ska-Version mit Tropeten (eines der wenigen Instrumente, das ich überhaupt nicht leiden kann), wird es sehr nervig. Erinnert mich irgendwie an Bands wie Boss Hoss, die jeden noch so guten Song mit ihrem Einheits-Style verschandeln.
Bei “Future World” wurden bei mit Erinnerungen an das Safri Duo geweckt, denn genauso hört sich das Getrommel an, dass den ansonsten sehr akustisch gehaltenen Song aufpeppen soll.
“If I Could Fly” ist nun ein absolute Popnummer, die man ständig in kommerziellen Lokalradios zu hören bekommen könnte. Wirklich nicht schlecht, aber wieder bin ich so engstirnig zu sagen, dass ich sowas von den Hamburgern nicht hören will.
Bei “Where The Rain Grows” bin ich mir nicht sicher, ob ich da mehr an Grütze a la Raemonn oder doch eher an eine Ballade einer 80er Hairspray Metal Band denken soll. Auch hier wieder ein Song, der nicht wrklich schlecht ist, aber ich will ……. okay okay, das hatten wir schon.
Absolutes Highlight und fast allein verantwortlich für die 4,5 Punkte, die ich der Scheibe geben werden, ist “The Keeper’s Trilogy”, in der man “Halloween”, “Keeper Of The Seven Keys” und “The King For A 1000 Years” zusammen mit dem Prager Symphonie Orchester intoniert. Dieses 16 Minuten lange Klassikstück ist sehr gut arrangiert und die ursprüngliche Melodien eignen sich sehr gut für diese Art der Umsetzung. Allerdings muss man auch sagen, dass die Chorpassagen auch aus einem 08/15 Musical stammen könnten und das Andi Deris mit seiner eher schwachen Stimmen nicht gegen ein Orchester ansingen sollte.
Was man sich bei “Eagle Fly Free” gedacht hat, weiss ich wirklich nicht. Einen der besten Helloween Songs als Ballade aufleben zu lassen, die sich wie eine Discounter-Version von “Blackmore’s Night” Werken anhört, ist schon sehr gewagt und geht voll in die Hose. Das Duett zwischen Deris und einer mir nicht bekannten Sängerin wirkt peinlich.
“Perfect Gentleman” ist schon im Original kein Favorit von mir, aber in dieser “80er Jahre US TV Serien Soundtrack” Version schon gar nicht. Schauderhaft.
Bei “Forever & One” läuft der Schmalz geradezu aus den Boxen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Soap Opera, in der ein Mann gerade liebeskrank ist und an die schönen Zeiten mit seiner Liebsten zurückdenkt. Wenn dann die alten Ausschnitte über den Bildschirm flimmern, könnte man diesen Song drunterlegen.
Wer wollte schon immer mal “I Want Out” mit einem Kinderchor hören? Ich jedenfalls nicht, das ist eine Vergewaltigung meiner Ohren.
Wenn man Nachts durch die Gegend fährt und dabei das Nachtprogramm der ARD Radiosender einschaltet, dann hört man auch so eine smoothe Mucke wie “Fallen To Pieces”. Ich schlaf bei sowas aber immer ein.
Den Abschluss bildet die klassiches Umsetzung von “A Tale That Wasn’t Right”. Kommt bei weitem nicht an die Keeper’s Trilogy heran, ist aber durchaus zu ertragen.
Ne liebe Freunde, das war wohl ein Schuss in den Ofen. Da greife ich doch lieber in den Plattenschrank, hole “Walls Of Jericho” oder “Keeper Of The Seven Keys 1 + 2″ hervor, denn so möchte ich euch lieber in Erinnerung behalten.
Bewertung: 4,5 / 10